27.05.2021

Anpassung des Erbrechtes wird ab 2023 wirksam

Das Parlament hat Ende des letzten Jahres eine Anpassung des Erbrechtes beschlossen. Der Bundesrat hat jetzt entschieden, diese Änderungen ab 2023 in Kraft zu setzen. Die grösste Neuerung erfolgt bei den Pflichtteilen.

Künftig beträgt der Pflichtteil für die Kinder noch die Hälfte des gesetzlichen Erbanspruchs, bisher liegt er bei drei Viertel. Damit vergrössert sich der frei verfügbare Anteil am Nachlass, über den Väter oder Mütter testamentarisch verfügen können, ohne dass ihre Kinder eine Verletzung des Pflichtteils geltend machen können. Unverändert können Eltern gemeinsam mit den volljährigen Kindern in einem Erbvertrag eine eigene Regelung umsetzen. Sie können so auch abweichend von den Pflichtteilen ihre massgeschneiderten Lösungen umsetzen.

Mit der Anpassung des Erbrechtes entfällt auch der Pflichtteil der Eltern des Verstorbenen. Damit benötigen Konkubinatspaare ohne Kinder keinen Erbverzicht ihrer Eltern mehr, um die Partnerin oder den Partner optimal begünstigen zu können. Dies muss aber dennoch formgerecht in einem Testament angeordnet oder im Erbvertrag vereinbart werden. Aus steuerlichen Überlegungen ist es sinnvoll, auch die Zuwendung des Vermögens nach dem Tod des Partners zu regeln. Geht nämlich zuerst alles Vermögen aus dem eigenen Nachlass vollumfänglich an den Partner und soll dieses bei seinem Versterben wieder an die eigenen Nichten und Neffen gehen, wird im Kanton Luzern eine Steuer gemäss dem Ansatz für Nichtverwandte von bis zu 40 Prozent fällig.

Unser Notariatsteam berät Sie gerne dazu, ob Sie Ihre bestehende Regelung anpassen sollten, oder wie Sie aufgrund der neuen Ausgangslage Ihre Wünsche am besten umsetzen können.